Meine Fotografien sind einerseits Ausgangspunkt und Grundlage vieler meiner Ölbilder, sozusagen Erinnerungshilfen - andererseits stelle ich sie bewusst und als eigenständige Arbeiten neben meine Malerei.

Beim Fotografieren interessieren mich vor allem die Mittel der Unschärfe und der extremen Vergrößerung. Eine ungewöhnliche Perspektive, scheinbar Unscheinbares ins Zentrum der Aufmerksamkeit gerückt, große Teile des Bildinhalts verschwommen - dann wieder scharfe Konturen und geometrische Formen... fotografische Möglichkeiten, mit denen ich arbeite und experimentiere.

Durch die bewusst eingesetzten Unschärfen wird eine Atmosphäre geheimnisvoller Zwischentöne geschaffen, so bleibt dem Betrachter Raum für eigenes Erleben und Deuten.

Der Eindruck von Auflösung und Unwirklichkeit wird aber fast immer gehalten von scharfen Bildinhalten, auf die so die Aufmerksamkeit gelenkt wird. Neben der Unschärfe ist es der Einfluss des Lichts auf Farben, Formen, Oberflächenstruktur und Material der Objekte, der mich besonders interessiert.

Meine Fotografien sind anders als das für uns Gewohnte. Sie verlangen nach der Bereitschaft, die Dinge neu zu sehen. Das vermeintlich so Vertraute wirkt rätselhaft und fremd, oft irritierend und künstlich. Diese Art der Verfremdung ist von mir bewusst gewählt, das tatsächlich Abgebildete ist nicht weiter von Bedeutung, es eröffnet sich mir eine neue Art des Sehens und Fühlens.

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